Dies ist die einzig wahre Geschichte meines bisherigen Lebens

Als ich geboren wurde, war ich noch sehr klein. Ich kam auf einem Feld zur Welt ( Reimt sich, ist aber keine Absicht ). Um mich herum tobte ein fürchterliches Gemetzel. Wir schrieben gerade das Jahr 9. Mein Vater, Anführer einer 2078 Mann starken Truppe wildentschlossener Kämpfer, konnte das Ereigniss meiner Geburt leider nicht miterleben. Toralf, mein Onkel, der später mein Taufpate wurde, überbrachte meinem Vater die freudige Nachricht meiner Geburt. Diese Nachricht beflügelte meinen Vater derart, dass er sogleich sieben Römern den Kopf auf einmal abschlug. Wenn heutzutage in Grimms Märchen von "Sieben auf einem Streich" die Rede ist, dann ist von meinem Vater die Rede. Er war übrigens kein Schneiderlein.

Nach erfolgreicher Geburt wurde ich von meiner Tante Bruntraudhilde in ein schönes warmes Fell gewickelt. Das waren meine ersten Erinnerungen.

Die nächsten Jahre verliefen sehr turbulent. Die Kämpfe gegen die Römer gingen weiter, anhaben konnten sie uns aber nichts, sie waren einfach nicht clever genug.

Meine Ausbildung hatte ich an einer der besten Universitäten in Augsburg. Zahlreiche Abschlüsse in Astronomie, Heilkunde und Chemie hatte ich danach in meiner Ledertasche (Alditüten wurden erst später erfunden). Doch einmal bekam ich Ärger mit der Kirche in Rom. Ich sollte als Ketzer verbrannt werden, weil ich behauptet hatte, man könne sein Essen auch in der Mikrowelle warm machen. Also kam ich auf den Scheiterhaufen und ich wurde um eine Erkenntniss reicher. Obwohl es doch recht warm wurde, konnte mir das Feuer nichts anhaben - ich war unsterblich. Das Gefühl war unbeschreiblich und der Papst konnte mich mal. Ich versuchte es dann noch einmal mit der Behauptung, das im Kühlschrank nachts kein Licht brennt und das gleiche Spiel begann von vorn. Unglaublich, aber wahr. Im Laufe der nächsten Jahre wurde ich dann noch 27 mal, jedes mal unter einem anderem Namen auf dem Scheiterhaufen "verbrannt".  

Nach dieser Zeit nahm ich an zahlreichen Kriegen teil. Die Scheiterhaufengeschichte wurde langweilig. Ich fuhr mit meinem Cousin Erik über die Weltmeere bis nach Amerika. Wenn heutzutage jemand behauptet, ein Mann Namens Kolumbus habe Amerika entdeckt, zeugt dies von seiner Unkenntniss der Geschichte. Ich war mit Erik viel eher dort. ICH war dabei.

Erik hatte dann keine Lust mehr zum Herumziehen. Er sagte, ich solle doch mal zu Marco gehen. Ich fragte ihn, zu welchen Marco? Na, zu Marco Polo.

Mit ihm reiste ich dann auf der Seidenstrasse nach China. Das was übel. Es waren 7000km auf einem Kamel. Wie ich am Anfang gekotzt habe, war unbeschreiblich. Ich wollte erst umkehren. Aber Marco überredete mich durchzuhalten. Er sagte, wenn wir erst mal dort sind, wirst du gar nicht mehr wegwollen. Denk an die vielen kleinen Chinesinnen ( die waren früher auch schon nicht sehr groß). Meinem Kamel flüsterte ich etwas ins Ohr ( [zensiert]) und dem Vieh wuchs noch ein dritter Höcker und es stürmte davon. Eine unglaubliche Geschwindigkeit hatten wir drauf. Die Karawane verschwand hinter uns am Horizont.

Plötzlich machte mein Kamel schlapp, wurde langsamer und fiel tot um. Ich suchte sofort nach der Ursache und hatte sie auch bald gefunden. Durch den starken Gegenwind war mein Kamel erfroren. Ich erinnerte mich an Hanibal, der die Strecke mit Elefanten zurückgelegt hatte, die waren weitaus langsamer. Also musste ich mir etwas einfallen lassen. Mir blieb nichts anderes übrig, als ein Fahrrad zu erfinden. Gedacht, getan. Ich dachte ja immer noch an die vielen kleinen Chinesinnen. Da wir immer nach Osten zogen, ging es auf der Erdkugel bergab und so kam ich mit meinem Fahrrad ans Ziel. In China angekommen, machte ich jedoch eine fürchterliche Entdeckung : Eunuchen. Die Vorstellung war schmerzhaft. Mir wurde unwohl und ich verlies das eierverachtende Land so schnell wie ich gekommen war auf einer Dschunke.

Ich umsegelte Australien und machte zum ersten Mal die Bekanntschaft mit Pinguinen. Auch habe ich mich lange mit den Aboriginies unterhalten und zeigte ihnen den Gebrauch des Feuers. Mit den Kohlestückchen, so sagte ich ihnen, sollen sie noch ein paar Bilder auf die Felsen malen, weil man das 500 Jahre später voll geil finden würde.  

Von Australien aus trieb mich der Wind nach Südamerika. In Brasilien ging ich kurz an Land und zeigte den Leuten, wie man sich im Februar verkleiden kann, später wurde dann der Karneval draus ( ich bereue zutiefst, ihnen dies Unsitte beigebracht zu haben ). In Mexico wollte ich meinen alten Inkafreund  Techuhacoatl besuchen. Mit Bedauern stellte ich fest, die Spanier hatten ihn umgebracht, weil er den Versteck des Goldes nicht verraten wollte. Bei der Durchsicht seines Nachlasses fand ich dann eine Haftnotiz, wo er das Versteck des Goldes eingetragen hatte. Ich verbrannte den Zettel sofort, natürlich nicht ohne mir den genauen Ort des Goldes einzuprägen. Bis jetzt bin ich aber noch nicht dazu gekommen, das Gold zu holen, was soll ich auch mit dem ganzen Plunder. Jetzt musste ich aber so schnell wie möglich Francis Drake finden um etwas gegen die Spanier zu unternehmen.

Die nächsten 138 Jahre zog ich als Pirat über die Meere und versenkte zahlreiche Schiffe und ich lernte Kapitän Nemo kennen. Ich wurde erschossen, gehenkt, wieder erschossen und erstochen. Dann hatte ich die Schnauze voll. Ich sprengte den Krakataou in die Luft. Man spricht heute noch davon.

Heute lebe ich etwas ruhiger ( manchmal, denn meine Frau und ich haben 6 Kinder und trotzdem noch einen Fernseher ) . Meine Kamelbesamungsstation in Dubai habe ich verkauft, den Elefantenwaschplatz in Neu Dehli verpachtet und die Panzerwaschanlage in Berlin/Spandau verschenkt.

Jetzt habe ich noch ein schönes Hobby

Für die Zukunft habe ich mir noch sehr viel vorgenommen. Auf alle Fälle will ich noch Mister Schpock kennenlernen.